Zusammenfassung
Lentiviraler Gentherapie-Vektor für Stargardt-Krankheit. ABCA4 ist mit 6.8 kb zu groß für Standard-AAV-Vektoren, daher wird ein EIAV-Lentivirus verwendet. Subretinale Injektion, einmalig. Langsamere Rekrutierung als erwartet.
Studiendetails
| Indikation | Stargardt-Krankheit (STGD1) durch biallelische ABCA4-Mutationen |
| Mechanismus | EIAV-Lentivirus-vermittelter Gentransfer (subretinal) |
| Sponsor | Sanofi / Oxford BioMedica |
| Phase | Phase I/II |
| Status | Langsamere Rekrutierung, Langzeitbeobachtung |
| Einschluss | Biallelische ABCA4-Mutationen, Alter 6+ |
| Endpunkt | Sicherheit, BCVA, Fundusautofluoreszenz |
| Aktualisiert | 14.04.2022 (ClinicalTrials.gov) |
Ausführliche Beschreibung
SAR422459 (StarGen) ist ein auf dem equinen infektiösen Anämievirus (EIAV) basierender lentiviraler Vektor, der eine funktionsfähige Kopie des ABCA4-Gens in die Photorezeptoren der Netzhaut einbringt. Das ABCA4-Gen (6.8 kb Kodiersequenz) ist zu groß für konventionelle AAV-Vektoren (Kapazität ~4.7 kb), weshalb der größere Lentivirus-Vektor eingesetzt wird.
ABCA4 kodiert einen ATP-binding-cassette-Transporter in den Außensegmentscheibchen der Photorezeptoren, der für den Abtransport von N-Retinylidene-PE verantwortlich ist. Bei Funktionsverlust akkumuliert Lipofuszin (insbesondere A2E) im RPE, was zur progressiven Makuladegeneration führt.
Die klinische Entwicklung verläuft langsamer als zunächst geplant. Die subretinale Injektion erfordert eine Vitrektomie und ist chirurgisch anspruchsvoll. Erste Sicherheitsdaten sind positiv, die Wirksamkeitsbeurteilung steht noch aus.
Maßgeblich sind die tagesaktuellen Einträge in der Studiendatenbank. Stand dieser Zusammenfassung: April 2026.