Krankheitsbilder
Erbliche Netzhauterkrankungen wie Retinitis Pigmentosa, Usher-Syndrom, Stargardt-Krankheit und LCA auf einen Blick - mit aktuellem Forschungsstand, Therapieansätzen und Studien.
Erbliche Netzhauterkrankungen im Überblick
Erbliche Netzhauterkrankungen sind genetisch bedingte Erkrankungen der Netzhaut. Weltweit sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen.
Retinitis Pigmentosa (RP)
Häufigste erbliche Netzhauterkrankung (1:4.000). Stäbchen sterben zuerst ab: Nachtblindheit, Tunnelblick, fortschreitender Sehverlust. Über 80 Gene bekannt (RPGR, USH2A, EYS, RHO).
Usher-Syndrom
RP + Hörverlust. Typ I: Taubheit von Geburt (MYO7A). Typ II: Moderate Schwerhörigkeit (USH2A). Typ III: Fortschreitend (CLRN1).
Stargardt-Krankheit
Häufigste Makuladystrophie bei Jugendlichen. ABCA4-Gen. Zentraler Sehverlust, peripheres Sehen bleibt.
Leber Kongenitale Amaurose (LCA)
Schwerste Form - Blindheit ab Geburt. Für RPE65-Mutationen gibt es Luxturna (erste Gentherapie, EU 2018).
Aktuelle Therapieansätze
- Gentherapie - Luxturna zugelassen, RPGR/CHM in Studien
- Optogenetik - mutationsunabhängig
- Stammzelltherapie - in frühen Studien
- Retina-Implantate + Neuroprotektion
Ersetzen keine ärztliche Beratung.