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Studie Luxturna (Voretigene Neparvovec)

Zugelassen

RPE65-assoziierte LCA / RP

Leber Kongenitale Amaurose Retinitis Pigmentosa RPE65

Zusammenfassung

Luxturna ist die weltweit erste zugelassene Gentherapie für eine erbliche Netzhauterkrankung. Der AAV2-Vektor liefert eine funktionsfähige Kopie des RPE65-Gens direkt unter die Netzhaut. Die einmalige subretinale Injektion kann bei Patienten mit biallelischen RPE65-Mutationen das Sehvermögen messbar verbessern - insbesondere die Lichtempfindlichkeit und die Fähigkeit, sich bei schwachem Licht zu orientieren.

Studiendetails

IndikationBiallelische RPE65-Mutationen (LCA2 / RP20)
MechanismusAAV2-vermittelter Gentransfer, subretinale Injektion
SponsorSpark Therapeutics / Novartis
PhaseZugelassen (FDA 12/2017, EMA 11/2018)
StatusKommerziell verfügbar; Langzeit-Follow-up (bis 7 Jahre) zeigt anhaltende Wirkung
EinschlussBiallelische RPE65-Mutation, ausreichend vitale Netzhautzellen (OCT-Nachweis), Alter ab 1 Jahr
Zentren DEUnikliniken Tübingen, Bonn, München, Gießen u.a.
Dosis1.5 x 10^11 vg pro Auge
EndpunktMulti-Luminance Mobility Test (MLMT)
Kostenca. 850.000 EUR pro Patient (beide Augen), Kostenübernahme durch GKV möglich
Aktualisiert23.04.2025 (ClinicalTrials.gov)

Ausführliche Beschreibung

Luxturna (Voretigene Neparvovec-rzyl) wurde von Spark Therapeutics entwickelt und ist seit 2017 (FDA) bzw. 2018 (EMA) für die Behandlung von Patienten mit bestätigter biallelischer RPE65-Mutation zugelassen. Das RPE65-Gen kodiert ein Enzym des retinalen Vitamin-A-Zyklus, das für die Regeneration von 11-cis-Retinal in den RPE-Zellen essentiell ist. Bei Funktionsverlust kommt es zu einer schweren Sehstörung ab der frühen Kindheit (Leber Kongenitale Amaurose Typ 2) oder einer progressiven Netzhautdystrophie (RP20).

Der AAV2-Vektor wird in einem chirurgischen Eingriff subretinal injiziert. Die Phase-III-Studie zeigte eine signifikante Verbesserung im Multi-Luminance Mobility Test: Behandelte Patienten konnten sich bei deutlich niedrigeren Lichtstärken orientieren als die Kontrollgruppe. Langzeitdaten über 5-7 Jahre bestätigen eine anhaltende Wirkung, wobei die Verbesserung bei jüngeren Patienten mit mehr erhaltenen Photorezeptoren am größten war.

In Deutschland wird Luxturna an mehreren universitären Augenkliniken angeboten. Die Kosten von ca. 850.000 EUR werden nach Einzelfallprüfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Vor der Behandlung ist ein genetischer Nachweis biallelischer RPE65-Mutationen sowie eine OCT-Untersuchung zum Nachweis ausreichend vitaler Netzhautzellen erforderlich.

Quelle: NCT00999609 auf ClinicalTrials.gov

Maßgeblich sind die tagesaktuellen Einträge in der Studiendatenbank. Stand dieser Zusammenfassung: April 2026.

Hinweis: Diese Zusammenfassung dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie vor einer Studienteilnahme immer mit Ihrem behandelnden Augenarzt oder Humangenetiker.